Lençóis, Chapata Diamantina

30 Sept – 03 Okt 2016

Anreise mit dem Bus- die sind wirklich komfortabel hier, da kann sich Deutschland was abschauen! Viel Beinfreiheit, Lehnen lassen sich weit nach hinten stellen, manchmal auch wifi, wirkt alles sehr gut organisiert. Ist aber auch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass es hier kein ausgebautes Schienennetz gibt. Südamerika setzt klar auf Busse. 

Komme abends an und bin allein im 8er Zimmer. Eine Frau scheint aber da zu sein und auf einem mehrtägigen Trip. Ihr Shampoo hat deutsche Aufschrift. Ich lerne sie später am Abend kennen: Lynn aus der Schweiz, ca 27, von ihrer dreitägigen Tour zurück. Sehr sympathisch, offen, klar, natürlich. 

Lynn loves her Açai!

Hat für den nächsten Tag schon was vor, wollen aber den Abend zusammen verbringen.

Hostel ist ein Wohlfühlort, nur momentan ziemlich leergefegt. An sich ist es angenehmer nicht in der Hochsaison zu reisen, nur momentan wäre Gesellschaft echt wichtig für mich.

Beim Frühstück hab ich allerdings dennoch ein amüsantes Gegenüber:

Die Dame läuft hier auch unter dem Namen ‚Breakfast Cat‘

Ich mache mich auf zum nächstgelegenen Wasserfall. Dauert ca eine Stunde durch kaum benutzte Wege. Dank maps.me, was auch ohne Internet funktioniert, weiß ich, dass ich richtig bin. 

Natural water slide

Ich genieße die Aussicht, schaue den Kindern beim Spielen zu und mache mich auf den Weg zurück. 

Man hat so viel Zeit zum Denken, Dinge revue passieren zu lassen, zu fühlen. Zuhause ist das unmöglich, auch wenn man frei hat. Ich verarbeite, lerne mich besser kennen, fühle…so wichtig

Am Abend schlender ich mit Lynn durch Lençóis: ein paar schöne Straßen hier, wenn auch touristisch, aber besser als die hässlichen Barracken, die man hier sonst oft findet.

South America is about nature, not cities.

Zurück im Hostel noch ein Bier und wir lernen uns besser kennen: Lynn hat Jura studiert, macht gerade drei Monate Urlaub, danach geht’s im Beruf weiter. Spannend, ihr zuzuhören, ist ein ganz fremdes Gebiet für mich. Wir wollen uns in Salvador wiedersehen.

Ich will unbedingt rauf auf den Berg Pao Inacio – die Aussicht muss überwaltigend sein – und schließe mich daher widerwillig einer geführten Tour mit dem Geländewagen an, die nicht gerade billig ist. Aber alleine könnte ich mich doch verlaufen und so sehe ich mehr an einem Tag, und bin unter Leuten.

Refreshing to swim there

Riesige Tropfsteinhöhle, aber ich bin kein Fan. Tief im Innern haben wir trotzdem ein intensives Erlebnis: alle Lampen werden gelöscht und wir meditieren 10 Minuten – es ist pechschwarz und ich hab selten eine solche Stille erlebt!

You can eat this cactus- tried it. Just another vegetable

Hammer Aussicht! 

Bin den ganzen Tag ziemlich in mich gekehrt und nicht wirklich gut drauf. Bis auf den Tourguide war die Gruppe ziemlich langweilig und viel geredet haben wir nicht. 

Am nächsten Tag ist das Wetter durchwachsen und ich bleibe im Hostel, schreibe die Postkarten, die eine Woche später übrigens immer noch nicht abgeschickt sind. Außerdem Tagebuch aktualisieren, nach Hostels schauen, usw.

Fühle mich einsam und sehne mich nach vertrauten Menschen- no easy day today. Trotzdem merke ich, wie Dinge in mir arbeiten und bin dankbar für die Zeit, die ich habe.

Der einzige andere Gast im Hostel spielt neben mir Gitarre. Am späten Nachmittag ergibt sich dann plötzlich einiges: 

  • meine Freundin Bianca aus NYC plant einen Surfurlaub mit vier Ladies an Weihnachten und Silvester in Punta Hermosa in Perú. Das Luder hat vor, nen heißen Surfer aufzureißen- Plan durchschaut!  Da könnte ich mich anschließen (also beim Urlaub) – gutes Gefühl, in der Zeit jemand Vertrautes um sich haben zu können.
  • Lynn schreibt mir, dass wir morgen zum Praia da Forte bei Salvador gehen – spitze!
  • Der Gitarrist und ich gehen spontan mit zu einer Capoera-Stunde. Hab mich vorher nie damit beschäftigt, sehr interessant.
Kids lesson capoera
Guitarist needs to take part as well 🙂

Um 23:30Uhr  geht mein night bus zurück nach Salvador. So endet der Tag doch schön und ich kann mich auf ein paar schöne Tage freuen. 

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